Der Spruch steht auf einem T-Shirt, das ich mir vor einer Weile kaufen wollte. Ich habe es dann doch gelassen und es später bereut. Ein paar Wochen später war eine Autorenkollegin bei mir Zuhause, hat meinen Arbeitsplatz gesehen und meinte: "Hier könnte ich nicht schreiben. Ich wäre dauernd abgelenkt."

 

Mein Arbeitsplatz ist ein kleiner Schreibtisch vor einem großen Fenster, durch das ich einen wunderbaren Blick auf unseren Garten habe. Manchmal hoppeln zwei Kaninchen durch das Bild, ein Schmetterling flattert vorbei, eine (von etlichen) Nachbarskatzen streift durchs Gras (eine davon muss ich verjagen, weil sie es auf die Kaninchen abgesehen hat, die anderen sind harmlos) und in irgendeiner der grünen Ecke findet sich immer ein Vogel. Also ja, auch ich bin regelmäßig abgelenkt und beobachte das eine oder andere Tier, anstatt an meinem Manuskript zu arbeiten.

Trotzdem wäre es unfair, es auf die Tierwelt zu schieben, warum ich aktuell nicht viel auf die Reihe bekomme. Ich bin unkonzentriert, ablenkt, uninspiriert. Mein Körper macht Probleme und die wirken sich auf meine Produktivität aus. Nein, ich bin nicht krank, auch nicht verletzt, aber einiges läuft gerade nicht rund in meinem System. Ich hätte Zeit zu schreiben und kann sie nicht nutzen – und das ist wirklich frustrierend. Solche Tage fühlen sich für mich verloren an, selbst wenn ich tausend andere Dinge erledige.

 

Manchmal beneide ich Autor:innen, die Bücher wie am Fließband schreiben können. Ich gehöre definitiv nicht dazu, ich muss meinen Projekten Zeit geben, sich zu entfalten. Aber jetzt gerade entfaltet sich gar nichts. Es ist keine Schreibblockade, denn wenn ich einmal die Konzentration aufbringe, mich mit dem Manuskript zu befassen, geht auch etwas weiter, wenn auch meistens in kleinen Schritten.

Ich hoffe wirklich, das renkt sich sehr bald alles wieder ein, denn ich mag diesen Zustand nicht. Und eigentlich würde ich wirklich gern in kürzeren Abständen Bücher veröffentlichen. Aber ich bin nun mal ein Mensch, keine Maschine. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste produktive Phase nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

 

Wie gehst du mit mangelnder Motivation um? Schreib es mir gern per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.!

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