Seit meinem letzten Eintrag sind ein paar Tage vergangen. Das hat einen einfachen Grund: Nach Abschluss des Korrektorats von "Sturm am Himmel über Sylt" hat mein Autorinnenleben eine Pause eingelegt. Das tut es manchmal, und das ist gut so.
Der österreichische Schauspieler und Regisseur Otto Schenk hat in einem Gespräch mit dem österreichischen Kabarettisten Michael Niavarani erzählt, er erhole sich beim Theater von der Oper und bei der Oper vom Theater. Genau so ist es bei mir. Nur erhole ich mich beim Schreiben vom Programmieren und beim Programmieren vom Schreiben. Oder – wie ich selbst begründe, warum ich meinen Job nicht ganz aufgeben kann (ich habe es schon mal versucht): Schreiben beschäftigt die eine und Programmieren meine andere Gehirnhälfte. Um gleichmäßig ausgelastet zu sein, brauche ich beides.
Und genau das hat sich gerade wieder bestätigt. Auf den letzten Metern des Korrektorats war ich schon ziemlich gestresst und hatte eigentlich keine Lust mehr, mich mit dem Manuskript zu befassen. Ich wollte es nur mehr erledigt haben, weil das Einzige, was mich mehr stresst, als eine Arbeit, für die ich eigentlich nicht mehr motiviert bin, eine unerledigte Arbeit, bei der mir aber eine Deadline im Nacken sitzt, ist. Ein bereits festgesetztes Veröffentlichungsdatum ist in meinem Kopf eine ziemlich laute Deadline.
Letzte Woche hatte ich ziemlich viel Arbeit, zwei Projekte parallel und dann noch spätabends ein Hilferuf einer Kundin, die – da sind wir wieder bei Deadlines – eine Frist übersehen hat und drohte, Daten zu verlieren. Eine sehr intensive Woche, aber auch eine befriedigende. Sie hat mir den Ausgleich gebracht, den ich gebraucht habe. Und jetzt kribbelt es mich wieder in den Fingern, und ich freue mich darauf, Rafaels Geschichte noch einmal für einen letzten Check zu Hand zu nehmen.
Wo findest du deinen Ausgleich und neue Motivation?

